Reinhard Brandt
Immanuel Kant - Was bleibt?
Blaue Reihe, 2010. 269 Seiten.
978-3-7873-1956-5. Kartoniert 22.90
Das Frage-Buch von Reinhard Brandt beginnt mit einer fulminanten Entdeckung: Die Raum-Zeit-Lehre der Kritik der reinen Vernunft enthält als Subtext einen Gottesbeweis. Welche Rolle spielt die Theologie in der Grundlage der kritischen Philosophie? Rettet sie die Anwendung der euklidischen Geometrie auf den Raum der reinen Anschauung? - Der zweistufige kategorische Imperativ ist konzipiert auf der Folie der Stufung von "status naturalis" der Maximen und "status civilis" der autonomen Gesetzgebung, er zielt auf keine Verallgemeinerung oder Universalisierung der Maxime (wozu auch?), sondern auf die Freiheit unter der eigenen Gesetzgebung. Ist jedoch die Gleichsetzung von sittlicher Freiheit und Gesetzgebung haltbar, oder gibt es in Extremsituationen eine Erlaubnis und gar eine Pflicht zu lügen? - Ist Kants Definition eines empirischen Naturprodukts in der "Kritik der teleologischen Urteilskraft" möglich, gemäß der alles in ihm Mittel und Zweck ist? - Kann der Vertrag in der "Rechtslehre" als Besitz der Willkür eines anderen gefaßt werden oder scheitert Kants Innovation an inneren Widersprüchen? Ist das Kantische Ehe- und Strafrecht zu retten? Unhinterschreitbar sind die Prinzipien der Aufklärung und der Würde des Menschen. Wie sind sie genau begründet?
In seinem neuen Buch geht es Reinhard Brandt nicht um die Bewahrung des Kantischen Erbes, sondern um das, was – mit Kant und im Anschluß an ihn – auch heute noch zu denken bleibt! Der Fragen-Traktat folgt also einer Tradition, die mit der Publikation der »Kritiken« beginnt und in die Zukunft weiter gereicht wird. Im Gegensatz zu poetischen Werken wird in philosophischen Abhandlungen etwas Theoretisches behauptet und begründet, und mit der Begründung wird der Leser aufgefordert, der Argumentation kritisch zu folgen und sie zu akzeptieren oder sie mit Gründen abzulehnen. Eben dies wird in diesem Traktat bei einigen ausgewählten Lehrstücken Kants versucht und damit nichts anderes getan, als die Rolle zu spielen, die der Autor seinem philosophisch interessierten Leser zuweist.
Zitate ...
wieder schliessen
"Wer hätte gedacht, dass man über Kant so schreiben kann? - Reinhard Brandt befreit den politischen Denker mit der segensreichen Macht der unsichtbaren Hand
[...] Unter Brandts kundigen Händen verwandelt Kant sich von dem heute geläufigen leicht betulichen Klassiker, den man für seine Ausführungen zur Menschenwürde und zum Völkerbund lobt und für seinen moralischen Rigorismus belächelt, zu einem eminent politischen Denker. Zu Beginn seines Buches kündigt Brandt an, er wolle nicht an der 'Gigantomachie der gegenwärtigen Strategiedebatte' teilnehmen, sondern Kant 'eher mikrologisch' in eine Auseinandersetzung um einige seiner Lehren verwickeln. Zum Glück hat er sich nicht streng an diesen Vorsatz gehalten, sondern neben der subtilen Textexegese auch die großen Gedankenbögen nicht gescheut. Das Ergebnis ist meisterhaft."
Michael Pawlik in der Frankfurter Allgemeinen vom 14. August 2010
"... einer der besten Kenner und Kommentatoren von Immanuel Kants Philosophie."
Süddeutsche Zeitung 9. Februar 2010
"Dass er einer der besten Kenner des Werkes von Immanuel Kant ist, stellt Reinhard Brandt in seinem neuesten Buch erneut spielend unter Beweis. Das Buch versammelt Probleme der Kantischen Philosophie, etwa zum "Bösen", zum Kategorischen Imperativ oder zur Würde des Menschen, über die sich die Kant-Forscher bis heute nicht einigen konnten. Es versteht sich als Diskussionsbeitrag - und ist zugleich Summe eines langen und ergiebigen Forscherlebens. Selbst wenn man nicht alle Interpretationen Brandts teilt, beeindruckt doch die lückenlose Zusammenschau der Fundstellen: Brandt kennt auch die entlegendsten Schriften und erliegt doch nie der Gefahr, ein ausschließlich gelehrtes l´art pour l´art der Stellenprahlerei zu entfachen. "Was bleibt?", fragt Brandt beherzt und richtet so sein Augenmerk mehr noch in die Zukunft als in die Vergangenheit, wobei auch ganz gegenwärtige Themen wie die Rolle von Tieren, die menschliche Willensfreiheit und die nicht-euklidische Geometrie zur Sprache kommen."
Frankfurter Rundschau 4. März 2010
Suchen Sie in diesem Buch bei Libreka ...
Erweiterte Suche
Philosophische Bibliothek
Nachschlagewerke/Lexika
Monographien/Reihen
Editionen/Werkausgaben außerhalb der Phil. Bibl.
Periodika
Sonderausgaben und Sonderangebote
Suchen Sie in den bei Google verfügbaren Titeln des Verlages
© 2006-2010 · Felix Meiner Verlag GmbH · Preise in Euro · Alle Angaben ohne Gewähr
Sitemap
·
Impressum